Phytotherapie

Was ist Phytotherapie?

Die Phytotherapie oder auch umgangssprachlich Pflanzenheilkunde ist eine Behandlungsform, bei welcher ausschliesslich Pflanzen mit ihren Wirkstoffen zur Therapie von Erkrankungen verwendet werden. Phytotherapieformen sind aus nahezu allen Kulturen bekannt und bilden auch einen wichtigen Pfleiler in den Medizinalsystemnen wie der Traditionellen Europäischen Medizin (TEN), der Traditionellen Cinesischen Medizin (TEN) und dem Ayurveda. Überlieferungen über die Verwendung von Pflanzen reichen weit zurück und sind nahezu so alt wie die Schrift selbst. Die ältesten uns bekannten Aufzeichnungen über pflanzliche Rezepturen und deren Wirkung  stammen ausdem 5. Jahtausend v. Chr. von den Sumerer. Aus Ägypten sind ähnliche Aufzeichnungen aus dem 2. Jahrtausend v.Chr. bekannt. Weitreichende Erkenntnisse über die Heilkunde mit Pflanzen wurden zudem aus dem antiken Griechenland überliefert. Hier vor allem durch Hippokrates (460-377 v.Chr.). Bekannt sind auch die Mittelalterlichen Aufzeichnungen der Klostermedizin, welchen bedeutend mit dem Namen Hildegard von Bingen (1098- 1179) verbunden sind. Eine systematische Lehre und Aufzeichnung wurde besonders durch den Arzt Paracelsus (1493-1541) weiterentwickelt. Er machte vor allem auch wieder das alte Wissen um die Signaturenlehre bekannt. Hierbei werden Pflanzen nach äusseren Merkmalen in einem komplexen System entsprechenden, meist allegorisch planetaren Qualitäten zugeordnet. Eine sehr vereinfachte Form der Signaturenlehre bezieht sich auf Ähnlichkeiten der Heilpflanze mit betroffenen Organen, woraus sich häufig Hinweise auf die Anwendung ableiten lassen können. Diese Art der interpretation bezieht sich jedoch lediglich auf eine Signatur nach Form und Struktur.

Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs zu dem, darzu es gut ist.

Paracelsus (1493-1541)

Walnuss

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Die echte Walnuss (Baumnuss) ist wohl eines der bekanntesten Beispiele für eine Organsignatur. Der zweigliedrige Samen verbirgt sich unter einer harten Schale. Dabei ist dieser sehr gehrinähnlich. Dabei weist er sogar Merkmale zu Gyri (Hirnwindungen) und Sulci (Hirnfurchen auf. Heute sind die wertvollen Eigenschaften der Wallnuss auf das Gehirn unlängst bekannt. Gerade das Lecithin gilt als Wertvoller Baustoff für das Gehirn, welches einen hohen Fettanteil aufweist. Lecithin dient dabei als Baumaterial, Gerüst- und Schmiermittel. Wichtig für das Gehirn sind zudem die mehrfach ungesättigten essenziellen Omega-3-Fettsäuren, welche mitunter sogar als "Gehrinfettsäuren" bezeichnet werden. Walnüsse und das aus ihnen gewonnene Öl enthalten 5-10% dieser für das Gehirn wichtigen Fettsäure.

Ackerschachtelhalm

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Der Ackerschachtelhalm gilt mit seiner Signatur als wichtiger Vertreter der Bewegungsapparatsignaturen. So ähnelt er in seiner gestallt den knöchernen Strukturen des Körpers. Insbesondere erinnert er in seinem segmentären Aufbau der Wirbelsäule, zu deren Stärkung er analog verwendet wird. Nach den heutigen Kenntnissen der modernen Medizin hat Kieselsäure, welche in besonders hohen Mengen im Ackerschachtelhalm vorkommt (Frischpflanze 10-15%, Asche bis 95%), einen bedeutenden Einfluss auf den Bewegungsapparat, die Knochen und das Bindegewebe. So stimuliert die Kieselsäure sowohl die Bildung von Kollagen als auch von Elastin und regt darüber hinaus auch die Osteoblastentätigkeit an.

Granatapfel

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Der Granatapfel weist in seinem Querschnitt ähnlichkeiten zu den Eierstöcken auf, sogar die Eifollikel sind vorstellbar. Tatsächlich haben die im Granatapfel enthaltenen Kerne einen hohen Gehalt an Östrogenvorstufen. Seit Jahrtausenden werden diese bereits, auch ohne wissenschaftlichen Nachweis, daher zur Förderung der Fruchtbarkeit und zur Linderung von Frauenleiden eingesetzt. Neben der Ähnlichkeit zu den Eierstöcken zählt alleine schon die grosse Anzahl der im Granatapfel enthaltenen Kerne als Signatur mit Hinweis auf eine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Obwohl die Verwendung pflanzlicher Heilmittel schon seit Tausenden von Jahren praktiziert wird, hat sie in den letzten Jahren eine Renaissance erfahren. Drei der wichtigsten Aspekte der Phytotherapie aus moderner Sicht sind die folgenden.

Erstens müssen wir verstehen, dass Phytotherapie kein Ersatz für traditionelle medizinische Behandlungen ist. Es ist jedoch eine wertvolle Ergänzung, die bei der Bekämpfung bestimmter Krankheiten und Beschwerden helfen kann. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von Ginkgo-Biloba-Extrakt zur Verbesserung der Durchblutung des Gehirns und der Behandlung von Gedächtnisstörungen.

Zweitens sollte man bedenken, dass nicht alle Pflanzen und Pflanzenextrakte für die Phytotherapie geeignet sind. Einige Pflanzen können sogar schädlich sein, wenn sie falsch verwendet werden. Daher ist es wichtig, dass Sie sich an einen qualifizierten Phytotherapeuten oder Arzt wenden, bevor Sie eine pflanzliche Therapie beginnen.

Drittens müssen wir berücksichtigen, dass Phytotherapie nicht nur eine alternative Therapieform ist, sondern auch eine sinnvolle Möglichkeit, den Einsatz von synthetischen Medikamenten zu minimieren. Synthetische Medikamente können oft mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen, während pflanzliche Heilmittel in der Regel sicherer sind.

Abschließend kann gesagt werden, dass Phytotherapie eine vielversprechende Möglichkeit ist, um gesundheitliche Beschwerden zu behandeln. Obwohl es nicht als Ersatz für traditionelle medizinische Behandlungen betrachtet werden sollte, kann es eine wertvolle Ergänzung sein. Wichtig ist jedoch, dass Sie sich an einen qualifizierten Phytotherapeuten oder Arzt wenden, um sicherzustellen, dass die pflanzliche Therapie für Sie geeignet ist.

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